Fachtagung: "Umwelt, Klimawandel,
Gesundheit"
Mit Prof. Dr. Klaus Töpfer, ehemaliger Bundesumweltminister, und Prof. Dr.
Axel Buchter, Leiter des Instituts und der Poliklinik für Arbeitsmedizin am
Universitätsklinikum Homburg.
Gastgeber: Gesundheitsregion Saar e.V.
Gerhard Franz berichtete am 21.4.2008 in der
Saarbrücker Zeitung:
Töpfer kritisiert den Export
subventionierter Agrar-Produkte
Saarbrücken. Eine Mitschuld an falschen Weichenstellungen in der
Entwicklungspolitik und beim globalen Umweltschutz hat Klaus Töpfer den USA
zugewiesen. Bei einer Veranstaltung des Vereins Gesundheitsregion Saar am
Wochenende in Saarbrücken warf der frühere Umweltminister und Direktor des
UN-Umweltprogramms Washington vor, mit dem Export subventionierter Agrarprodukte
der Landwirtschaft in Afrika Schaden zuzufügen.
Wenn in den USA eine Maisernte erhöhte Erträge gebracht habe, so Töpfer, der
lange Jahre in Nairobi seinen Amtssitz hatte, sei dies zur „Katastrophe für die
Maisbauern in Kenia“ geworden. Denn mit den Preisen von subventioniertem Mais
hätten die Bauern in Afrika nicht mithalten können. Angesichts dieser
Subventionen sei „keine vernünftige Entwicklung möglich“, so Töpfer.

Auf der Veranstaltung, die dem Thema „Umwelt, Klimawandel und Gesundheit“
gewidmet war, sprach sich Töpfer auch dafür aus, die Landwirtschaft durchaus zur
Energieproduktion zu nutzen. Immerhin habe man in Europa bereits Subventionen
für die Stilllegung von Flächen bezahlt. Allerdings sei eine landwirtschaftliche
Energieerzeugung nicht hinnehmbar, wenn Menschen hungern müssten.
Der Arbeitsmediziner Professor Axel Buchter, Homburg, ging davon aus, dass eine
fortschreitende Klimaerwärmung in unserem Raum erhöhte gesundheitlich Risiken
mit sich bringe. Ferner sei damit zu rechnen, dass bei fortschreitender
Erwärmung Krankheitserreger aus dem Mittelmeerraum oder den Subtropen in unsere
Breiten vordrängen. Allerdings müsse es dann nicht immer zu Epidemien kommen,
wie es historisch belegt sei. So werde die Eindämmung der Cholera im 19.
Jahrhundert im Saarland dem „Köllertaler Nusslikör“ zugeschrieben, seiner
gesundheitsfördernden Wirkung auf der Basis früh geernteter Walnüsse.
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Professor Axel Buchter, Vorsitzender Werner Schreiber, Professor Klaus Töpfer
und Geschäftsführer Winfried Nimmesgern am Rand der Fachtagung.